Veranstaltung in Zornheim

Schild der Zornheimer Bahnstation entdeckt

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Fort Biehler Fort Bingen Festungsbahn in Nieder-Olm Infanterieraum in Zornheim
Die Festungsstadt am Rhein
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Überraschung: Schild der Zornheimer Bahnstation entdeckt

Ortsbürgermeister Dr. Werner Dahmen und Gerhard  Kneib mit dem Originalschild der »Station Zornheim« aus dem Ersten Weltkrieg, das 2009 wiederentdeckt wurde.8. Mai und 9. Oktober 2009 - Es war eine kleine Sensation: Kurz vor der Veranstaltung "Als die Eisenbahn nach Zornheim fuhr – Bilder und Geschichten rund um das Fort Muhl und den Stützpunkt Dechenberg" erinnerte sich der Zornheimer Winzer Gerhard Kneib, ein Holzbrett mit "irgendeiner alten Aufschrift" in seiner Scheune zu besitzen. Er holte es, und es war die Originaltafel vom Zornheimer Bahnhof aus dem Jahr 1914. Aufschrift: "Station Zornheim". Damit stand fest, was viele vor der Veranstaltung nicht glauben wollten und was in der Forschung zur Selzstellung lange kontorvers diskutiert wurde.: Die Feldbahn fuhr ab Beginn des ersten Weltkrieges wirklich nach Zornheim.

Eingeladen am 8. Mai 2009 hatten der Ortsbürgermeister von Zornheim und die Kultur- und Weinbotschafterin Hiltrud Hollich, die für ihre mündliche Prüfung die Geschichte vom "Fort Muhl" gewählt hatte und so auf das Thema aufmerksam geworden war. Mit vielen neuen Geschichten, Karten und Bildern konnten Georg Bertz und Rudolf Büllesbach das Fort Muhl, aber auch den Stützpunkt Dechenberg und die anderen Festungsanlagen in Zornheim wieder lebendig gemacht.

Die vorgeschobene Stellung Zornheim, auch als »V Zornheim« bezeichnet, bildete als Unterabschnitt V II a oberhalb von Sörgenloch, auf dem Zornheimer Plateau, dem Selzer Berg und dem Hahnheimer Knopf die am stärksten ausgebaute vorderste Front der Festung Mainz. Als vorgeschobene Stellung war diese Befestigungsgruppe dafür vorgesehen, den ersten Ansturm feindlicher Truppen im Kriegseinsatz abzuwehren und deren Vordringen gegen die Hauptstellung zu verhindern.

Die vorgeschobene Stellung Zornheim bestand aus insgesamt 89 Festungswerken. Darunter befanden sich sieben große Infanterieräume für jeweils eine Kompanie. Daneben gab es noch zehn kleinere Infanterieräume, von denen sich jeweils zwei zu einem Stützpunkt für eine Kompanie ergänzten. Neben Unterständen und Wachträumen gehörten zu diesen Infanteriestützpunkten insgesamt sechs Artillerie-Beobachter und ein Maschinengewehrraum. Von den insgesamt vier vorgeschobenen Stellungen waren nur in Zornheim die Infanteriestützpunkte betoniert.

Alle Festungswerke, einschließlich der nach Hahnheim und Sörgenloch führenden Zornheimer Chaussee, wurden 1914 im Rahmen der Armierung gebaut. Mehr als 20.000 Soldaten waren hierfür im Einsatz. Der militärische Lagerplatz war bereits in Friedenszeiten gebaut worden und ist heute mit Wohnhäusern, Kindergarten und Spielplatz überbaut. Die Anbindung des Ortes an die Festungsbahn über das Fort Muhl erfolgte zu Beginn des Jahres 1914 und war eine der ersten Arbeiten, die im Rahmen der Armierung abgeschlossen werden konnte.

Befestigungsgruppe ZornheimDie Stellung in Zornheim war in erster Linie für die Infanterie vorgesehen. Aber auch die Artillerie wäre hier zum Einsatz gekommen (siehe Karte rechts von 1913). In einem Wohngebiet entlang der Straße zwischen Ebersheim und Zornheim wären mehrere Batterien für die 10-cm-Kanonen zum Einsatz gekommen. Gebaut hierfür waren der Munitionsraum MR 18 und der kleine Artillerieraum AR 25. Nicht weit davon entfernt hätten Batterien der Fußartillerie-Reserve entlang der Straße nach Nieder-Olm mit 15-cm-schweren Feldhaubitzen Aufstellung genommen. Ein zweiter Schwerpunkt der Artillerie hätte sich bei den Weinbergen in Richtung Mommenheim befunden. Hier waren mehrere Batterien der Fußartillerie-Reserve für die 15-cm-schwere Feldhaubitze vorgesehen, die in den Artillerieräumen AR 26 und 27 Platz gefunden hätten. Gelagert worden wäre die Munition im Munitionsraum MR 19. In der Nähe befand sich noch der AR 28, in den die Batterie für die 12-cm-Kanonen untergebracht worden wäre und deren Munition sich im Munitionsraum MR 20 befunden hätte.

Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass bei einem anderen Verlauf des Ersten Weltkrieges die Folgen für Zornheim und die Umgebung katastrophal gewesenwären. Heute findet man nur vereinzelt Hinweise auf die ehemals bedeutsame vorgeschobene Stellung. Ein Spaziergang entlang der Hangkante vermittelt durch die Fernsicht einen Eindruck von den damaligen Überlegungen der Militärs.

Sehr überrascht waren die Veranstalter über das große Interesse an der Veranstaltung. Bereits eine halbe Stunde vor dem Beginn war der Saal bis zu letzten Platz besetzt. So wurde spontan beschlossen, den Vortrag am selben Abend zweimal hintereinander anzubieten. So konnten auch die die Besucherinnen und Besucher, die zunächst keinen Platz gefunden hatten und deshalb 2 Stunden bis zum Be­ginn des zweiten Starts warten mussten, viel Interessantes zur Selzstellung und zur Geschichte von Rheinhessen erfahren. Auch bei der Wiederholung der Veranstaltung am 9. Oktober 2009 war der Gemeindehof bis zum letzten Platz besetzt.

Die Veranstaltungen in Zornheim haben gezeigt, dass die Selzstellung langsam wieder in das Bewußtsein von Rheinhessen zurück kommt und ein großes Interesse an Informationen besteht.

 

 

Vorgeschobene Stellung Zornheim

(Auszug aus dem Buch "Bollwerk Mainz")

 

 

Vorgeschobene Stellung in Zornheim. Diese bildete mit insgesamt 89 Festungswerken auf dem Zornheimer Plateau, oberhalb von Sörgenloch, dem Selzer Berg und dem Hahnheimer Knopf die am stärksten ausgebaute vorderste Front der Festung Mainz. Besonderheiten waren sechs betonierte Artillerie-Beobachter (kleine orange Punkte) und ein Maschinengewehrraum (kleiner lila Punkt), die nur in Zornheim zu finden waren.

 

 

Mehr Informationen

Informationen zur vorgeschobenen Stellung Zornheim, hier

 

 

Abbildungen

Karte von 1913: Quelle Hollighaus, Fotokopien Ingo Schlösser

Karte von heute: Ludwig Schirmer / Rudolf Büllesbach - Quelle: GeoBasis-DE/LVermGeoRP2012-09-24, DTK 25 und Buch "Bollwerk Mainz".

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»Die Geschichte von Mainz ist in der ältesten Zeit ausschließlich, in der späteren vorwiegend, eine Geschichte seiner Festung und Garnison. Seit nahezu zweitausend Jahren das stärkste Bollwerk und mächtigstes Waffenlager am Rhein, ward Mainz der Schauplatz so vieler Kämpfe, Belagerungen und Kriegsnöte wie keine andere Stadt auf deutscher Erde. Soldaten aus fast allen Ländern der Welt sind im Lauf der Jahrhunderte durch seine Tore gezogen und auf seinen Wällen standen die berühmtesten Feldherren Europas von Drusus bis zu Gustav Adolf, Prinz Eugen, Napoleon und Moltke« (Börckel, 1913)